Weisse Wüste - Ägypten

ca. 3 Wochen Expedition mit Geländewagen
und kurzen Wanderungen

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Focus der ReiseMusterkarte

Umfassende, informative Expeditionsreise in die landschaftlich spektakulärsten Regionen der Sahara und durch traditionelles Nomadenland im Aïr-Gebirge.

Voraussichtliches Programm

Flug von Frankfurt über Paris nach Niamey (oder andere Flugmöglichkeit), der Hauptstadt des Niger.

Je nach Ankunftszeit des Fluges, Hotelübernachtung oder sofort Start zur langen Transferfahrt nach Agadez.Adrar Bous320

Ein Bus oder sogenannte "Busch-Taxis" bringen uns auf Asphalt 1.000 km weit nach Nordosten an den Südrand des Aïr-Gebirges. Die unterschiedlichen Siedlungsformen der ländlichen Bevölkerung Nigers in den weiten, flachen Sahellandschaften ziehen an uns vorbei. Sie werden feststellen, dass der Sahel nicht nur eine Problemzone ist, sondern auch heitere und frohe Begegnungen bereithält. Damit es nicht allzu strapaziös wird, werden wir ab und zu einen kurzen Halt in der einen oder anderen Ortschaft einlegen. Trotzdem bleibt diese Fahrt ein Transfer. Wir wollen auf schnellstem Weg nach Agadez; für den Transfer muß man ca. einen Tag einkalkulieren.

Inlandflüge von Niamey nach Agadez und zurück ließen sich in letzter Zeit leider nicht realisieren.

Agadez, die Sultansstadt, „vibriert“ buchstäblich vor Geschäftigkeit und Leben. Von dem etwa 4-jährigen bewaffneten Konflikt im Ostniger, der etwa 1995 abflaute, ist nichts mehr zu spüren. Das alte Handelszentrum Agadez war und ist immer Schnittpunkt vieler Kulturen und Ethnien gewesen. Sicherlich sehen Sie haushoch beladene, aus Libyen kommende Lastwagen, daneben Tuaregnomaden mit ihren Kamelen und bunt geschmückte Bororo-Nomaden, mit ihren typischen Lederhüten.

Nach einem kurzen Markt- und Stadtbesuch steigen wir in die Geländewagen, mit denen wir in den nächsten Wochen unterwegs sein werden.

Unmittelbar nach dem Verlassen von Agadez erreichen wir die dunklen Ausläufer der Aïr-Berge und eine schmale Piste schlängelt sich durch das vulkanische Gebirge, mit tief eingeschnittenen Oueds. Die ersten Tuareg-Siedlungen tauchen auf, wie z.B. El Meki, ein ehemaliger Bergbauort. Die schönste Oase des Aïr ist ganz sicher Timia. Unterhalb des Ortes überrascht uns ein riesiges Guelta (natürliches Wasserbecken), dessen hohe Wände aus Basaltsäulen fast wie eine Theaterkulisse wirken. Unsere Fahrzeuge klettern aufwärts und plötzlich öffnen sich die engen Felswände und geben den Blick frei auf grüne Oasengärten mit Dattelpalmen, Feigen- und Obstbäumen. Die Häuser des Ortes sind eng an die Felswände gebaut, damit die oft reißenden sommerlichen Regenfälle nicht allzu große Schäden anrichten. Kurzer Rundgang durch denDjado280 freundlichen Ort, geführt von Jugendlichen. Wir entrichten dafür eine kleine Gebühr, zur Unterstützung der örtlichen Schule.

Bis zur Ruinenstadt Assodé, dem ehemaligen Hauptort der Aïr-Tuareg, folgen wir noch der Iferouane-Piste. Später, Richtung Taghmert-Massiv, orientieren sich die Fahrer am Berg Goundaï. Es folgt eine Passage durch ein totales Gewirr von Felsen, wo wir zu Fuß gehen, damit die entlasteten Fahrzeuge Felstreppen und Geröll besser bewältigen können. Später tauchen erste sandige Ebenen auf, die Oueds werden breiter und wir erreichen das weite Tal von Zagado.

Kogo, im Oued Issaouane gelegen, ist eine traditionelle Tuaregsiedlung unter mächtigen Akazien. Verlässt man den Schatten der Bäume, so tut sich eine phantastisch schöne Landschaft auf: riesige weiße und bläulich schimmernde Marmorbrocken türmen sich rechts und links unserer Piste, dazwischen hellgelber, angewehter Sand aus den Tiefen der Ténéré. Hochaufgebaute, feingeschwungene Dünenkämme branden an die dunklen Berghänge von Taghmert und Takarit. Die gewaltigen granitenen Bergmassive sind Ringplutonen, erstarrte Wurzeln ehemaliger Vulkane. Während das Aufstiegszentrum der glutflüssigen Massen, aus denen die Massive des Aïr entstanden, gut 1000 km südlich in Nigeria liegt, wanderte die Erdkrustenplatte samt der Magmakammern und der Berge allmählich nach Norden. Die Vulkankegel und erstarrten Lavaströme, die sich mit anderen Sedimenten als viele tausend Meter mächtige Schichten abgelagert hatten, wurden im Laufe der Zeit von den Kräften der Verwitterung abgetragen und -einzigartig auf der Erde- die Erosion legte die ehemaligen Magmakammern frei.

Ganz besonders eindrucksvoll stellt sich dem Auge des Betrachters diese geologische Einmaligkeit in der “Krabbenschere” von Arakaou dar. Wer sich hier die Mühe macht und auf die höchsten Dünen klettert, erkennt von oben die riesige Caldera. Der gewaltige Einbruchskrater entstand vor Jahrmillionen, als ein wahrscheinlich mehrere tausend Meter hoher Vulkan in eine entleerte Magmenkammer einbrach.

Grandiose Fels- und Dünenlandschaften auf dem Weg durch die Region von Agamgam und dann in den Oueds Anakom, Tanakom und Tageït prähistorische Felsgravuren, die zu den eindrucksvollsten der gesamten Region zählen.

Wir lösen uns vom dominanten Gebirgsrand und starten zur ersten freien Navigationsfahrt zum Brunnen Tafagak, besser bekannt als “Arbre du Ténéré”, wo wir vielleicht unsere Wasservorräte ergänzen, bevor wir den Erg du Bilma in Angriff nehmen. Die kilometerlangen Dünenketten verlaufen nicht exakt in unserer Fahrtrichtung und wir müssen immer wieder Passagen über steile und einigermaßen befahrbare Dünenkämme finden. Im wesentlichen bewegen wir uns auf der traditionellen Salzkarawanenroute in nordöstlicher Richtung.

Irgendwann steigt aus den Sandschleiern eine langgezogene Felskante auf, die Falaise von Agram, an deren Fuß die Salzoase Fachi liegt. Für die Karawanen ist dies ein wichtiger Etappenpunkt und Handelsplatz. Weitere atemberaubende 180 Dünenkilometer trennen uns von Bilma. In Bilma Besuch der Saline von Kalala. Minimalversorgungsmöglichkeiten mit Gemüse, Keksen, Wasser; voraussichtlich Formalitäten bei den Behörden.

Entlang der Steilstufe des Kaouar fahren wir in nördlicher Richtung vorbei an den Wassertümpeln von Arrigui nach Dirkou, einem Militärposten. Rechterhand tauchen immer wieder kleine Oasen auf, wie etwa Aney, mit seiner zerfallenden Fluchtburg. Nun gilt es, die freie Fläche zwischen nördlichem Kaouar und dem Djado-Plateau zu überwinden. Markante Wegmarke ist der Pic Zoumri, ein kegelförmig verwitterter Zeugenberg. Vorbei an Seguedine, wo die Piste nach Libyen abzweigt, nähern wir uns mühsam dem Djado-Plateau, die Piste schlängelt sich durch flache, metallisch klingende Felsen und irgendwo -je nach dem welche Spur man fährt- finden wir vielleicht große Stücke versteinerten Holzes.

Chirfa, ein winziger Ort mit verfallenem französischen Fort, ist Ausgangspunkt für unseren ausführlichen Besuch von Djado, Djaba und Orida am Fuße des Plateaus (siehe hierzu auch Ländermerkblatt Niger). Mit Erlaubnis des Miltärs können wir uns evtl. auch “Alt-Chirfa” ansehen, eine weniger bekannte Fluchtburg.

Nun ist die Falaise d’Issilak zu überwinden und wir lernen eine völlig andere Ténéré kennen als im Süden. Nachdem die mit Stangen markierte Piste Richtung Norden nach Djanet/Algerien verschwunden ist, wird die Landschaft bretteben. Der Urstrom Tafassasset hat ein riesiges Reg (Kieswüste) ausgebildet. Einzige Wegmarke auf der Fahrt zu den Bergen von Adrar Bous im Aïr, ist der kleine Bergrücken von Grein oder ein Tamariskenhügel, der "Arbre Thierry Sabine". In flotter Fahrt legen wir die Strecke zwischen Falaise d’Issilak und Adrar Bous in einem Tag zurück.

Die Region von Adrar Bous ist in Wissenschaftskreisen weltberühmt geworden, durch außergewöhnlich schön geformte, prähistorische Funde, die eine steinzeitliche Revolution, ähnlich dem Übergang in unser Maschinenzeitalter, darstellen. Bereits auf der Fahrt hierher passierten wir immer wieder prähistorische Siedlungsplätze und ausgetrocknete Seen mit Versteinerungen, denn diese Etappe folgte dem Nordufer des "Paläo-Chad".

Granitkugeln und von der Erosion künstlerisch geformte Skulpturen sind ein lohnender Fotostopp in der Lanschaft Imanene. Rechts taucht bereits das Plateau des Berges Tin-Galene auf, weicher Sand macht die Fahrt spannend und schon wartet das nächste “highlight”: atemlos erreichen Sie die Gipfel der höchsten Dünen in der Südsahara, wenn Sie in Temet eine spektakuläre Dünenwanderung unternehmen. Im Hintergrund nun wieder die dunklen Berge des Aïr, unter anderen auch der zweithöchste des Gebirges, der Mont Greboun, die in herrlichem Kontrast zu den Dünen stehen.

Oft müssen wir eine Rampe für die Fahrzeuge schaufeln, wenn wir Temet nach Westen hin verlassen. Tosendes Wasser hat hier steile Ouedkanten von oft drei Metern Höhe entstehen lassen, welche zu überwinden sind. Aber dann folgt wieder eine berauschende Dünenfahrt, bis zu den Blauen Bergen von Izouzadene. Ein geologisches Wunder inmitten des Dünenmeeres, ein Skulpturengarten aus Marmor! Was einst unter hohem Druck in der Tiefe der Erde entstand, liegt hier nun frei an der Oberfläche und wurde vom Sandstrahlgebläse des Wüstenwindes zu einer Traumwelt aus bläulich schimmernden Marmor geformt. Hohe Dünen und sandige Hänge erlauben den Aufstieg bis zu den Gipfeln der Marmorberge. Die bläuliche Färbung kommt durch Lichtbrechung in der Gesteinsstruktur und selektive Rückstrahlung des blauen Anteils zustande.

Bei der Weiterfahrt nach Süden weist uns die Kulisse des Adrar Chiriet den Weg. Der Chiriet, ein Ringpluton wie das Tamgak-Massiv, liegt losgelöst vom Aïr, wie eine Insel in den Dünen der Ténéré.

Entweder in Tchoum Adegdeg oder am Brunnen von Tezirzek bekommen wir endlich wieder Wasser. Seit wir vor etwa 5 Tagen Chirfa verlassen haben, sind dies die ersten Wasserstellen im Einzugsbereich unserer spektakulären Route. Die Brunnen liegen in sehr schöner Umgebung und werden regelmäßig von Tuareg-Nomaden genutzt. Es kann zu einprägsamen Begegnungen kommen, wenn Sie sich etwas Zeit nehmen. Nicht nur Männer kommen zu den Wasserstellen, sehr selbstbewußte Frauen sind hier draußen oft allein unterwegs und kümmern sich um ihre Ziegenherden.

Zur Oase Iferouane und dann durch das zentrale Aïr führt die Fahrt zurück nach Agadez.

Transferfahrt nach Niamey und Rückflug. Sobald es neue, akzeptable Flugverbindungen von/nach Agadez gibt, werden wir diese nutzen.

Änderungen vorbehalten !

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Termine & Preise

21.12.2004 - 13.01.2005 € 2.100,-- *
21.02.2005 - 15.03.2005 € 2.000,-- *
21.03.2005 - 12.04.2005 € 2.100,-- *
24.10.2005 - 15.11.2005 € 2.000,-- *
14.11.2005 - 06.12.2005 € 2.000,-- *
19.12.2005 - 10.01.2006 € 2.100,-- *

* Preis des Landarrangements zuzüglich Flug (Air France, ab ca. 1.000,-- €) Flugbuchung gleichzeitig mit der Reise bei SUNTOURS. Bitte frühzeitig buchen, solange die einigermaßen günstigen Buchungsklassen noch zur Verfügung stehen!

Leistungen

Zusätzliche Kosten

Visumgebühren für Niger, evtl. Flughafensteuer, persönlich bestellte Restaurantessen/Getränke, evtl. zusätzliche Hotelaufenthalte bei unvorhersehbaren Ereignissen, Trinkgelder, Unvorhergesehenes.

Einzelzimmer u. Einzelzelt: EURO 50.-

Abflüge ab anderen Städten als Frankfurt auf Anfrage (ca. 50,-- EURO, je nach Verfügbarkeit)!

Begriffserklärung

Reg: Kieswüste

Serir: arabisch, bedeutet “klein”, Kieswüste aus feinerem Gestein

Kori: ein Wort aus der Sprache der Haussa, bedeutet Wadi, Oued, Trockenfluß

Fragen zu Abflügen ab anderen Städten, Visa/Impfungen, Zeltübernachtung etc.: Siehe Ländermerkblatt Niger!

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Literatur

Bei Buchung erhalten Sie eine ausführliche Literaturliste. Hier einige Tipps vorab, speziell zu dieser Reise:

WÜSTE, Begleitbuch zur Ausstellung WÜSTE des Hessischen Landesmuseums Darmstadt, 2002, ISBN 3-534-16051-7

Die zentrale Sahara, Detlef Busche, Justus Perthes Verlag, Gotha

In der Tiefe der Sahara, mehrere Autoren, Verlag C.J. Bucher

Die Wüsten der Erde, Michael Martin, Frederking & Thaler, Neuerscheinung im Sept. 04

Saids Geschichte oder der Schatz in der Wüste, Sigrid Heuck, Thienemann Verlag

Die Tuareg-Tragödie, Mano Dayak, Horlemann Vlg.

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