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Grunddaten:
Die Republik Tschad ist seit 1960 unabhängig. Auf einer Fläche von etwa 1.300.000 km² werden 5,8 Mio Einwohner geschätzt, wovon etwa 44% Muslime sind, 23 % Animisten und 33 % Christen. Die Amtsspra-che ist Französisch, Verkehrssprachen sind Arabisch und dominierend Sara.
Die Hälfte des meerfernen Binnenstaates ist von nahezu unbesiedelter Vollwüste bedeckt. Die Landesmitte, im Bereich des Tschadsee-Beckens, kann dem Sahel zugeordnet werden. Im Süden reicht die Savanne und Feuchtsavanne bis zum Adamaoua Bergland in Kamerun. Von wenigen Oasen abgese-hen ist Ackerbau nur im Süden möglich, also am Tschadsee und in den Überschwemmungsgebieten der Flüsse Chari und Logone. Dort wird neben dem Hauptnahrungsmittel Hirse auch Baumwolle für den Export angebaut. Eine verarbei-tende Industrie, wie etwa Baumwollspinnereien und Webereien gibt es nicht. Der Tschad ist eines der ärm-sten Länder der Welt, die mittlere Lebenserwartung liegt bei etwa 46,5 Jahren, der Alphabetisierungs-grad dürfte ca. 30% betragen.
Der Versuch, elf verschiedene Ethnien mit über 200 unterschiedlichen Dialekten zu einem Staat zu vereinheitlichen, führte neben anderen Ursachen, wie die Grenzkonflikte mit Libyen, zu nahezu 30 Jahren Krieg und Bürgerkrieg. Die überwiegend als Nomaden und Oasenbauern lebenden Muslime des Nordens fühlten sich gegenüber den sesshaften Schwarzafrikanern im Süden stark benachteiligt, zumal diese -speziell die Sara- die Verwaltung dominierten. Seit Dezember 1990 ist die Regierung Deby im Amt und die Lage entspannte sich. Seit einiger Zeit gibt es allerdings wieder Probleme und Spannungen im Tibesti-Gebirge. Die Ereignisse im Sudan strahlten bisher noch nicht in das Reisegebiet aus, da das Ennedi eine relativ undurchdringliche Barriere zur Sudangrenze hin bildet.
Anforderungen/Charakter der Touren/Sicherheit:
Wer in ein völlig unerschlossenes, zerrüttetes Land wie den Tschad reist, weil er isoliert liegende, grandiose Naturwunder sucht und Menschen begegnen möchte, die unter härtesten Bedingungen leben, muss sich natürlich auch gewisser Einschränkungen bewusst sein. Wir arbeiten mit erfahrenen Partnern zusammen, welche die Sahara seit vielen Jahren kennen, ebenso wie wir. Gemeinsam werden wir viele Wege für Sie ebnen, den Rest müssen Sie flexibel bewältigen. Speziell für den Tschad gilt:
- Jegliche Infrastruktur im Tschad ist erst wieder im Aufbau, Sie müssen also mit Versorgungsengpässen in Bezug auf Verpflegung und Treibstoff rechnen. Manchmal ist es notwendig den Teilnehmern, die ab Frankfurt fliegen, Ersatzteile oder zur Ergänzung der Verpflegung Nahrungsmittel mitzugeben. Dann wird ein Treffpunkt vor Abflug fixiert und der Gruppe ein Paket mitgegeben.
- Den Anweisungen von Militärkontrollen und Minenräumkommandos ist unbedingt Folge zu leisten. Unser örtlicher Partner hatte im Tschad noch keinen Minenunfall, die Minen- und Munitionsverseuchten Stellen (wie z.B. im Wadi Doum) sind den Fahrern bestmöglich bekannt. An ein oder zwei Stellen der Tour muss ggfls. Umsicht und Disziplin diesbezüglich gefordert werden, das Berühren von Munition und Kriegsschrott ist äußerst gefährlich!
- Für Auswirkungen von Minen, Unruhen und Folgen der Krisen, für Kriminalität und Politkriminalität, sowie für Unfälle übernehmen wir keine Haftung.
- Im Tschad stoßen wir auf schwierige Pistenverhältnisse, ähnlich wie in Mauretanien und der Ost-Ténéré. Wir bewältigen das, wenn Sie flexibel mitmachen. Jegliche Routenänderungen wegen organisatorischen Problemen, Pannen, Sturm etc. sind zu akzeptieren.
- Ihre körperliche Verfassung braucht nicht anders zu sein als bei allen unseren Saharatouren. Wichtig ist natürlich, dass Sie physisch und psychisch absolut gesund sind und über einen guten Kreislauf verfügen, damit Sie mit Hitze und Kälte klarkommen.
- An mehreren Tagen liegen lange Fahrtetappen an. Die örtlichen Partner sind bemüht, die Touren durch kurze Wanderungen aufzulockern, an denen Sie freiwillig und auf eigenes Risiko teilnehmen können.
- Auch im Tschad ist Funk zwischen den Fahrzeugen und zum Agenturbüro in N'Djamena verboten. Jedoch wird in der Regel ein Satellitentelefon mitgeführt (nicht zum Plaudern, sonden nur für Notfälle).
- Den unter schwierigen Umständen lebenden, von Kriegen und Dürren gepeinigten Tubu, den Nomaden insgesamt und auch der verarmten, sesshaft gewordenen Bevölkerung ist mit besonderer Rücksicht zu begegnen, besonders auch im Hinblick auf das Fotografieren. Sie reisen in eines der ärmsten Länder der Welt und werden mit großen sozialen Unterschieden konfrontiert.
- Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes: Bei Druckdatum dieses Merkblattes war der Tschad zwar nicht in die Rubrik Reisewarnungen eingeordnet, jedoch existiert ein Sicherheitshinweis, mit der Formulierung "...wird dringend abgeraten".
Die Kontaktadressen des AA sind: http://www.auswaertiges-amt.de
Oder: Auswärtiges Amt, Bürgerservice Arbeitseinheit 040, D-11013 Berlin, Tel.: (03018) 172000
Fax: (03018) 1751000
Wir (SUNTOURS) haben im Tschad prophylaktisch für einige Zeit "pausiert".
Nachdem jedoch die Ennedi Touren unserer Partner in den Jahren 2009 und 2010 ohne Zwischenfälle verlaufen sind, bieten wir nun wieder die Möglichkeit, in der Saison 2010/2011 an Ennedi Expeditionsfahrten teilzunehmen.
Klima/Ausrüstung:
Nach Anmeldung erhalten Sie von uns die Ausrüstungsliste "Sahara", die auch für den Tschad relevant ist. Sie enthält neben verschiedenen Tipps auch eine Klimatabelle, die Ihnen die Durchschnitts-temperaturen angibt..
Das Klima im Tschad ist durch außergewöhnliche Trockenheit gekennzeichnet. Etwas feuchteres Sahel-Klima herrscht im südlichen Tschadsee-Becken, also am Beginn und Ende der Reise. Die mittleren Tagestemperaturen betragen im Tschad etwa 30° (in Höhenlagen bis zu 500 m). Im Winter und im Hochgebirge liegen die Temperaturen natürlich wesentlich niedriger. Nachts, speziell im Tibesti, müssen Sie mit Temperaturen unter Null rechnen. Während der Regenzeit (relevant nur im Süden), im Sommer, führen wir im Tschad selbstverständlich keine Touren durch.
Die Wüste verwöhnt uns oft mit kristallklaren Tagen, trotzdem möchten wir nochmals auf das Risiko von Wind und Sturm hinweisen !
Bitte beschränken Sie sich speziell bei diesen Touren auf kleines, leichtes Gepäck.
Nehmen Sie etwa 3-4 Passbilder mit auf die Tour, bei der Anmeldung in N’Djamena werden u.U. Passbilder verlangt.
Visa/Impfungen:
Visa: Bürger der BRD, der Schweiz und Österreichs benötigen ein Visum. Dazu muss der Reisepass noch 6 Monate nach Reisebeginn gültig sein und darf keinen Eintrag von Israel enthalten. Das Visum kostet z. Zt. EURO 105,-- pro Person.
Bei der Beschaffung des Visums sind wir behilflich.
Impfungen: Vorgeschrieben ist eine Gelbfieberimpfung. Dringend empfohlen wird Hepatitis A+ B-Impfung sowie Malariaprophylaxe.
Bitte nehmen Sie Ihren gelben Internationalen Impfausweis mit. Tetanus sowie Polio-Impfung ist bei allen Expeditions-Reisen unabdingbar. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihr örtliches Hygiene-Institut oder das Gesundheitsamt.
Währung: Im Tschad gilt der Centralafrikanische CFA. 1000 CFA = ca. 1,52 EUR. Umtausch vor Ort, am Flughafen, in einem Hotel oder evtl. in einer Bank.
Stand: August 2010
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